Ferien auf der Alm

Show notes

Der Hons macht Sommerpause. Aber weil er seine Hardcore-Fans nicht ohne Nachschub sitzen lassen will, hat er vorgearbeitet und greift zu seinem eigenen Buch: „Das Leben ist kein Bauernhof", erschienen bei Knaur in München. Anfragen für Lesungen sind ausgeblieben, also liest er eben im eigenen Podcast vor. Für was hat man schließlich einen. Diesmal an der Reihe: das Kapitel „Ferien auf der Alm", Seite 104. Es beginnt harmlos mit Zeugnisverteilung und der Frage, wer in der Familie Petutschnig die besseren Noten heimbringt, und endet auf der Alm bei einem Bier, das an diesem Tag deutlich mehr aushalten muss als üblich. Mit dabei ist Jochen, der Lieblingsnachbar aus Deutschland, gesundheitlich ohnehin schon angeschlagen und mit einer festen Meinung zum Wolf im Gepäck. Auf der anderen Seite steht Senner Alfred, der zum Thema Herdenschutz seine eigenen Zahlen parat hat und sie mit einer Ruhe vorträgt, die keinen Widerspruch vorsieht.

Zwischen Alfreds Unterrichtsstunde, einem Korb voller Arnika und der Frage, ob man den Urlauber beim nächsten Mal besser daheim lässt, entsteht ein Nachmittag, wie er nur in Schlatzing passieren kann. Am Ende ist der Tag für alle ein schöner gewesen – nur nicht für dieselben.

Wer das Buch danach noch nicht hat, weiß immerhin, warum er es haben sollte.

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Hier geht es zu meinen Terminen: www.petutschnig-hons.at/termine

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Show transcript

00:00:17: Grüß euch alle miteinander!

00:00:19: Herzlich Willkommen zu meinem wöchentlichen Podcast.

00:00:24: Ich mache aktuell, ich gestehe es echt gut.

00:00:26: also heute ist eigentlich nicht heit.

00:00:28: Also vielleicht schon aber für mich jetzt nicht weil ihr jetzt ein bisschen Vorarbeit macht.

00:00:31: Ich mach aktuell eine kleine Sommerpause so ein bisschen das Hirn ausblasen und ein bissel zersinieren, ein bissell noch spekulieren was so nice ist.

00:00:39: einfach haben wir die Seele baumeln lassen.

00:00:41: ja einfach haben mal Betutschnikfreie Time also mehr Mittime statt Betutschnitttime.

00:00:48: Aber damit ihr trotzdem was zum Anhören habt, für meine Hard-Coffeins oder auch für alle die es werden möchten.

00:00:56: Ich lese euch ein bisschen was vor.

00:00:58: Ich mache eine Vorarbeit und lese aus meinem Buch das Leben ist kein Bauernhof.

00:01:06: Das habe ich ja geschrieben.

00:01:08: Also ich schreibe mir das eigentlich vor zwei Jahren außerkemmendes letztes Jahr.

00:01:12: Wer hat sehr gern gelesen?

00:01:13: Auch in Deutschland!

00:01:13: Meine Rezessionen wird bei Amazon immer sehr oft aus dem Deutschen.

00:01:18: aus dem städtischen Raum sogar, was mich sehr freut.

00:01:22: Und ich werde echt das ein bisschen schmackhaft machen des Buchs.

00:01:28: Ich lese immer wieder gerne selber eine und es ist ja... Was ihr ein bisschen schaut findet hat nie so Anfragen gegeben von Verlogg, wie sie im Knauer Verloggebung erschienen.

00:01:37: Drummer Knauer München sogar!

00:01:39: Das sind nicht so Anfrugendkäme für Lesungen.

00:01:43: also die haben auch mehr Lesung gemacht den Klugen verdunten, der war sehr gut.

00:01:46: aber Lesungen sind halt Lesungen, da stirbt nichts oder Bärbelesungen.

00:01:51: Deswegen ließe ich es jetzt einfach in meinem Podcast vor.

00:01:53: Erstens sind wir irgendwo so wie am Podcast, die kann ich machen, wo sie will mein Podcast und für euch ist das glaube ich auch sehr interessant.

00:01:59: Ich habe mir jetzt da ein Kapitel ausergeklappt und zwar... Also beim Buch ist ja so, gell?

00:02:06: Es geht im diesen Buch quasi um mein Leben mit meinem Lieblingsnachbar dem zurgerastenden Deutschen Jochen der aufgrund von Gründen ein bisschen gesundheitlich lidiert ist.

00:02:19: Das Weiteren kommen noch vor der Zutel, bei der Klauzerbauer oder Rugele-Bau-Familie.

00:02:24: Alles!

00:02:25: Die Creme de la Crème der Schlazinger Unterwelt und Oberwelt kommt davor.

00:02:33: Und ich lese jetzt einmal aus einem Kapitel.

00:02:35: Das Kapitel heißt Fähren auf der Alm Seite hundert vier.

00:02:39: Also wir brauchen ein Brünn, weil das ist ein bisschen so klanggeschrieben.

00:02:43: Dieser Kapitel war eigentlich viel.

00:02:44: drinnen ist, wo man sagt es gefällt mir gut auch informativ und ein bisschen lustiger.

00:02:50: Tilda, ich bin stolz auf dich.

00:02:52: Nur vier Zwei.

00:02:53: Das ist prima!

00:02:54: Hannes hast du auch ein gutes Zeugnis?

00:02:57: Ja nein, sichtlich genervt verdreht mein drittgeborener die Augen.

00:03:01: Und was hat der Konstantin für ein Zeugniss?

00:03:04: Dimo hat nur einen Zweier.

00:03:06: Unsere Kinder haben alle ein sehr schönes Zeugnes Beendet meine Frau Elke das Zeugnethema.

00:03:13: Es ist doch ein Fehl zu schöner Tag um über Noten zu diskutieren.

00:03:17: Schließlich feiern wir den Ferienbeginn.

00:03:21: Die Kinder haben sich extra für heute Schnitzeln mit Bomben gewünscht, alle sitzen wie am üppig gedeckten Tisch.

00:03:29: Unsere beiden Großen sind heute erst mit der Naht angereist.

00:03:33: Lisa besucht mit großen Eifer eine höhere Schule für Mode und Design Und Max verbringt seine Zeit in einer höheren Schule für Land- und Forstwirtschaft!

00:03:47: pflegt den olympischen Gedanken, dabei sein ist alles.

00:03:52: Die ganze Familie ist nun in den nächsten Wochen wieder vereint und irgendwie wäre es komisch gewesen wenn wir unsere Nachbar nicht eingeladen hätten.

00:04:05: Du Elke hast du Tilda und Thimo I einen Sellerisch-Schnitzel gegeben.

00:04:10: Freilich Jochen lügt ihn meine Frau an ohne mit der Wimper zu zucken.

00:04:16: Genüsslich kauen die sechs Kinder die saftigen Schweineschnitzel um die Wette, während Jochen auf seinem trockenen Sellerisch-Schnitzeln herumschneidet.

00:04:26: So Papa, morgen starten wir den Motorsäge!

00:04:29: Wir müssen dringend die vom Borkenkäfer befallen in Bäume umschneiden und aus dem Wald bringen.

00:04:35: Manche Kinder spielen in ihrer Freizeit Fußball andere Playstations und das größte Hobby meines ältesten Sonnes Max ist es im Wald zu arbeiten und Bäume zu fällen.

00:04:48: Unser kleinster Sohn hat hingegen seine eigenen Pläne, ich treffe mich morgen mit dem Ehreich zum Schwimmen!

00:04:54: Du Papa, ich brauche bitte morgen dein Auto.

00:04:56: Ronja und ich würden gerne eine Shopping-Tour machen.

00:04:58: Lisa da komme ich mit euch.

00:05:00: Ich brauche dringend neue Turnschuhe, fordert mein Rittgeborener.

00:05:05: Alle Kinder haben schon was vor?

00:05:07: Sie haben es sicher auch verdient mal den Kopf frei zu bekommen.

00:05:11: Schließlich ist sein Schuljahr Eine anstrengende Sache für Geist und Seele, aber auch für die Eltern.

00:05:20: Was bin ich froh in den nächsten neun Wochen nichts von all dem zu hören?

00:05:26: Wenn man bedenkt was die Kinder heute alles können müssen.

00:05:29: diese ganzen Textaufgaben sind ein Horror!

00:05:32: Hier ein Beispiel eine Mutter ist einundzwanzig Jahre älter als ihr Sohn und siebenund zwanzig jahre Älter also ihre Tochter.

00:05:40: In sechs Jahren wird der Sohn fünfmal jünger sein als die Mutter.

00:05:44: Frage, wo ist der Vater?

00:05:47: Oder... Oskar verkauft acht Kilogramm frische Äpfel um sechzehn Euro.

00:05:53: Wie viel kostet ein Kilogrammsfrische Äpfel?

00:05:55: Wenn ich so etwas lese, dann stellen sich mir folgende Fragen!

00:06:00: Erstens Lieber Oskars Wir haben Juli.

00:06:03: Wo zum Deufel hast du deine frischen Äpfeln her, wenn meine schon im Oktober verfallen?

00:06:08: Zweitens Hast Du eigentlich einen Gewerbeschein?

00:06:11: und drittens Die vielleicht für dich wichtigste Frage.

00:06:15: Was zum Teufel willst du verdienen, wenn du das Kühler Äpfel um zwei Euro rausschießt?

00:06:20: Du Volltodl!

00:06:22: Oder Bauer Konrad möchte für seine beiden Kühe einen neuen Laufstall bauen.

00:06:28: Wie groß muss der Laufstar sein, wenn eine Kuh zwanzig Quadratmeter Fläche

00:06:32: benötigt?!

00:06:35: Lieber Bauer Conrad und der Kollegen... Von welchem Stiegengeländer bist du abgestürzt, wenn du für zwei Kühe einen neuen Stall bauen möchtest?

00:06:44: Stell sie doch ins K-Board!

00:06:46: So ein neuer Laufstall kostet dich schnell einmal vierhunderttausend Euro.

00:06:50: Eine Kuh gibt vielleicht achttausende Liter Milch pro Jahr macht einer mal von circa dreitausend achtzehnt Euro pro Kuh Mal zwei ergibt sieben tausend sechshundert Euro.

00:07:02: Da haben die Kühe allerdings noch nichts gewiesen.

00:07:05: Kalte Miete sozusagen.

00:07:08: Das heißt, du müsstest deine beiden Kühe, zweiundfünfzig Jahre lang melken bis du schuldenfrei bist.

00:07:15: Mein Tipp, treib die Kühe in den Wald und bring dir im Gemeindjäger eine Kiste Bier vorbei.

00:07:21: Hier wird dein Problem erledigen!

00:07:24: Du Papa ich würd Dir gern mal wieder auf die Alpen fahren.

00:07:27: Da hat mein Hannes eine gute Idee.

00:07:29: Ich war ohnehin schon zehn Tage nicht mehr oben.

00:07:32: Eigentlich müsste man als Bauer nicht nach dem Vieh sehen, da sowieso ein Sender auf die Rinde aufpasst.

00:07:39: Bei unserem Sender schadet es aber nicht wenn man hin und wieder selber nach dem Rechten sieht.

00:07:46: Hannes dann bring doch bitte Annika mit!

00:07:48: Wir haben nur noch zwei Flöschen Dinktur im Haus – mein Elke Jochen zerstört, meine gute Stimmung schlagartig.

00:07:56: Oh ich war eigentlich noch nie dort oben auf der Alm.

00:07:59: ein bisschen Bergluft würde meiner Genesung sicher gut tun.

00:08:03: was denkt ihr?

00:08:05: Eine halbe Stunde später fährt er voll besetzte Geländewagen der Familie.

00:08:09: Bedutschnick auf dem Schotterweg Richtung Alm am Bäferer Sitz Hannes auf der Rückbank die beiden Nachbarskinder Dimo Dilla dazwischen mein Nachbar Jochen und am Steuer sitze ich Hans, kannst du ein bisschen langsamer fahren?

00:08:24: Wenn Du so über den Schotter brettest dann zieht es in meinen verletzten Beinen.

00:08:29: Beschwerd sich mein Nachbar darüber dass wir von der Almgemeinschaft es nicht geschafft haben extra für ihn einen asfaltierten Autobahn Dundl zu bauen!

00:08:40: Unsere Alm ist eine Gemeinschaftsalm das heißt sie gehört nicht einem Bauer allein sondern mehrere Landwirte betreiben und nutzen die Almen zusammen.

00:08:50: In unserem Fall teilen sich vierzehn Bauern eine Alm.

00:08:53: Allerdings treiben nur noch sechs dieser Bauern ihr Vieh im Sommer herauf, der Rest hat keine Rinder mehr im Stall!

00:09:00: Die Schlazing-Alm beginnt auf einer Seehöhe von tausend einhundert Metern und erstreckt sich über dreihundert Hektar bis ganz hinauf unter die Schlazengbergspritze auf zwei tausende siebenhundert Metern.

00:09:13: Zirka neunzig Rinder verbringen ihre Sommerferien vom Anfang Juni bis Ende September.

00:09:19: Wir haben auch eine gemütliche Hütte, von der uns der Senna schon freudig zubinkt als wir endlich umankommen.

00:09:27: Grüß dich haus deine Fiege des ausgezeichnet!

00:09:30: Begrüßt mich unser Senna der Feichtinger Alfred.

00:09:34: Eine gesundige Sichtfarbe hat er immer aber heute sehe ich an seiner roten Knollenase das er nicht mehr ganz nüftern ist Und als ich näher komme, um ihm die Hand zu schütteln kann ich aus seinem Mund den zarten Duft von Wein und Apfelmost erahnen.

00:09:51: Gut immerhin war es schon fast fünfzehn Uhr und um diese Zeit kann man nicht mehr erwarten dass das Senner noch stockschnüchtern ist.

00:10:00: Fährer weiß muss sich hinzufügen dass der gute Alfred durchaus im Rahmen seiner Möglichkeiten eine verlässliche Arbeitskraft ist.

00:10:09: natürlich Den Tieren Mauck vom Pulver zu geben oder sonstige medizinische Behandlungen kam er von ihm nicht erwarten, aber pünktlich um fünf Uhr morgens läutet täglich sein Wecker.

00:10:22: Er kocht sich auf dem Holzherd in der Alphütte seinen russischen Tee, pinnet sich seine Bergschuhe, schnappt sich eine Stock und macht sich auf den Weg, um nach dem Vieh zu segen.

00:10:33: Je nachdem wie weit zerstreut die Neunzigrinder auf dem Gelände verteilt sind braucht er für diese Tour manchmal drei Stunden.

00:10:41: Anschließend kehrt er zurück zur Hütte, kocht sich eine bischenne Mahlzeit und gleicht den Flüssigkeitsverlust mit einem Doppel-Liter Wein aus.

00:10:52: Der durchschnittliche Startbewohner würde nun glauben dass man nach dem Genuss eines Doppellitters Weines einen sogenannten Vollrausch hat – nicht so unser Alfred.

00:11:04: gestärkt Vom Essen erledigt er nun rund um die Hütte kleine Arbeiten wie zum Beispiel Brennungshacken oder Zäune kontrollieren.

00:11:12: Anschließend geht er eine weitere Runde, um nach den Rindern zu sehen!

00:11:18: Mit dieser Arbeit ist er dann meist zu gegen vierzehn Uhr fertig.

00:11:22: Danach holt er sich aus einer Speisekammer Speckbrot-Kesivürstel und spült das Ganze mit einem kühlen Bier aus dem Brontdruck hinunter.

00:11:33: Ja, wenn es mir nicht schön gut geht dann kann ich mich gemütlich ersetzen und ein Glas Milftrinken erkläre ich entspannt.

00:11:40: Während unser Senner mir laut lachend eine Flasche Gerstenschaft auf den Tisch stellt.

00:11:47: Hannes, Dimo und Dilla machen sich auf dem Weg um Annika zusammen.

00:11:52: Annika sind gelbe Almblumen die man überall auf der Weide finden kann.

00:11:57: Wir verwenden sie als Medizin.

00:11:59: Die Annika-Blüten, angesetzt in einem Liter Korn sind ein wahres Wundermittel bei Verletzungen aller Art.

00:12:06: Du schneidest dir bei der Speckhäuse mit einem Messer einen Finger – Annika drüber und die Wunde heilt in Sekunden Schnelle!

00:12:14: Eine Kuh gibt dir eine Dritt auf deinen Oberschenkel.

00:12:17: Es entsteht ein ordentlicher Bluterguss.

00:12:20: Mit Annika Denktor ist dein Bein innerhalb kurzer Zeit wieder wie neu.

00:12:25: Ist es nicht verboten, Annika Pflanzen auszureisen?

00:12:29: Mein lidierter Nachbar muss sich natürlich auch zu Wort melden.

00:12:33: Schau Jochen, was glaubst du woher deine Annika Globoli kommen?

00:12:37: Konntere ich!

00:12:39: Aus Karlsruhe?

00:12:39: die Firma bei der ich mein Globole kaufe hat einen Arzneipflanzenanbau.

00:12:43: belehrt mich der Yoga-Lehrer während er von der Hütte auf der Weide auf und abhumpelt.

00:12:49: Warum sind hier so viele Kuhfladen?

00:12:51: möchte er wissen?

00:12:52: Weil unsere Kühe nicht auf's Klo gehen können antworte ich Redaktion schnell Ja, aber da müsst ihr die Kufladen eben wegräumen.

00:13:01: Da kann man ja ganz leicht austrutschen und sich dabei schwer verletzen.

00:13:05: Dort drüben steht ohnehin eine Schaufel!

00:13:07: Du dir keine Zwang an, Jochen?

00:13:09: Du kannst das gerne für uns erledigen.

00:13:11: Wenn du gleich mit der Arbeit beginnst dann bist du mit den dreihundert Hektar locker im Jahr zweitausend vierundreißig fertig.

00:13:18: Empfehle ich ihn.

00:13:21: Aber mein Nachbar gibt keine Ruhe.

00:13:23: Sehr lustig, Hans!

00:13:24: Ich habe im Internet gelesen, dass ein Wanderer aus seinem Bergbach getrunken hat und danach erkrankte weil der Bach mit Kumis verunreinigt war.

00:13:34: Alfred kann unseren Gespräch nur schwer folgen und schaut mich stattdessen mit seinen blutunterlaufenden Augen groß an.

00:13:42: Sag einmal wo hast du denn den aufgegabelt?

00:13:45: fragt eritiert.

00:13:47: auf diese Frage kann ich auch nur mit den Schultern zucken.

00:13:51: Zugegeben, schön ist sie schon herum.

00:13:53: Aber ich habe gelesen aus allem das Klimaschäding!

00:13:56: Wir haben hier eindeutig überdünkte Böden die Forststraßen herauf zerstören in Natur und die Branddrohungen sind genauso schlimm wie das Abholzen im Amazonas.

00:14:07: Das ist alles entsetzlich für die Biodiversität.

00:14:12: Sag mal du verdrucknet der Zwetschenkrampus?

00:14:15: Und da bricht unser Senna plötzlich den Vortrag meines Nachbarn.

00:14:18: Was redest du da eigentlich für eine fachlich umfundierten Blödsinn daher?

00:14:23: Diese Alm gibt euch schon seit vierhundertzwanzig Jahren.

00:14:26: Das ist ein Kulturgut!

00:14:28: Allein in Österreich gibt es achttausendsechsundachtzig Almen.

00:14:32: Zwanzig Prozent der österreichischen Fläche besteht aus Almen, dreihunderttausenden drin da, sehntausend Pferde, hundertfünfzehntausend Schafe, elftausende nurhundert Ziegen beweiden Jahr für Jahr die österreichen Almen.

00:14:48: Die Leute beschweren sich, wenn Tiere im Stall gehalten werden.

00:14:51: Aber treibt man sie auf die Alm?

00:14:53: Dann ist es auch wieder nicht recht!

00:14:55: Und zum Thema Biodiversität.

00:14:57: Auf einer durchschnittlichen Almfläche kommen zwischen dreißig und fünfzig unterschiedliche Pflanzenarten vor.

00:15:03: Für zahlreiche Arten wurden geeignete Lebensräume erst durch die Altenwirtschaft erweitert wie etwa Frauenschuh, Alpenmurmeltier oder Zottelnasen.

00:15:13: Weiters hat die Alm eine Schutzfunktion.

00:15:15: Ein zurückgehender Almen würde sogar ein vermiertes Auftreten von Lawinen, Muren und Hochwasser bedeuten.

00:15:21: Die pflegte Almbeinen haben einen Einfluss auf das Wasserspeichervermögen und auf das Abflussverhalten bei Niederschlag!

00:15:30: Ich muss gestehen ich habe unseren Alfred intelligentsmäßig wohl leicht unterschätzt.

00:15:36: Was könnte dieser Mann wohl für kluge Sätze sagen wenn er nüchtern wäre?

00:15:42: Aber Jochen ist beleidig.

00:15:44: Das erkennt man an seinem runtergezogenen Mundwinkel und an seinem schräg geneigten Kopf.

00:15:50: Wortlos humpelt er von der Weide zur Almhütte, anscheinend schmerzt ihn nicht nur der Stolz über den Widerspruch des Senners sondern auch seine verletzte Beine.

00:16:00: Mörks da auch ein Bier?

00:16:01: Urlauber!

00:16:03: Versucht unser Sender die Stimmung aufzuheitern.

00:16:06: Haben sie keinen D?

00:16:08: Freulich!

00:16:09: Welches Sorte darf es denn

00:16:10: sein?!

00:16:11: Grün Tee, Weißer Tee.

00:16:12: Matcha Chai, Chai Schokko, Rooibos Vanille, Santon Fenkel, Chais Soja Latte oder ein Gute Laune Tee?

00:16:20: fragt Senna Alfred freundlich.

00:16:23: Willst du mich verarschen?

00:16:25: Natürlich!

00:16:26: Aber wer hat denn mit den Blödsinn angefangen?

00:16:28: sagt unser allen Beliebster da und lacht.

00:16:31: Da eine Kräuterlimo habe ich für dich ist im Prinzip Tee nur kalt sprichts und stellt ihm mit Schwung eine Flasche Limon auf den Tisch.

00:16:42: Innerlich grinsig, weil ich in Jochens Augen genau erkennen kann dass er am liebsten fragen will ob die Kräuter Limon wohl zuckerfrei ist.

00:16:50: aber der Gute ist aktuell so eingeschüchtert von der Kaltschneuzigkeit unserer Senners das er sich nicht mehr traut den Mund aufzumachen.

00:16:59: wie schaut's aus?

00:16:59: sind alle direkt gesund?

00:17:01: Versuche ich unser Gespräch wieder in geordete Bannen zu lenken?

00:17:04: Ja, passt alles.

00:17:05: Vom Zutzelbauer war letzte Woche eine Kalbin-Krankhabe oder das war nicht so schlimm?

00:17:09: Herr Kschlorzenbauer hat vorgestern eine Kurm mit ihrem Kalb nach Hause gebracht weil er das Kalb nicht gut getrunken hatte bei der Mutter.

00:17:17: Bei den Ziegen vom Jockelbauer ist eine Ziege in orte Entzündung aber sonst ist es alles in Ordnung.

00:17:21: Ja, Gott sei Dank!

00:17:23: Das ist das Wichtigste.

00:17:24: wenn auf der Alben dass viel gesund bleibt führe ich den Smalltalk fort während der belädtige Jochen Kometalos in die Tischplatte starten und an seiner Kräuter limonuckelt.

00:17:35: Ja, aber, aber.

00:17:37: Hast du das Wichtigste noch nicht gehört?

00:17:39: fragt Alfred was vorgestern auf der Nuckelalm passiert ist.

00:17:44: Die Kopfhütel.

00:17:45: nehme ich eine Schluck Bier.

00:17:47: ja weißt Du das gar nicht?

00:17:48: von Primusbauer und vom Hussbauer sind fünfundreißig Schafe gerissen worden Und vierzehn Stück sind vermisst.

00:17:55: Was wusste Ich weil ich mich verschluckt habe?

00:17:58: Der Wolf dieses Schwein ergänzt Alfred seine Info Haben sie wenigstens schon erlegt Frage ich, wer redet sich aus dem Augenwinkel sehe?

00:18:07: Wie Jochen Unruhig auf seinem Hintern hin und herrutscht.

00:18:11: Nein gestern war ein Wolfsbeauftragter vom Land da!

00:18:14: Der hat Proben genommen und dann muss man noch zwei Wochen warten bis man die Erlaubnis für den Abschuss bekommt.

00:18:20: Ja ja wer sagt denn dass das ein Wolf

00:18:23: war?!

00:18:24: Jochen hat seine Stimme wiedergefunden.

00:18:26: Schau Olaf!

00:18:27: Jochen korrigiere ich unser Senat.

00:18:29: wie auch immer Im Großteil der Schafe wurde die Bauchdecke aufgerissen.

00:18:34: Alle Opfer hatten am Hals Bisspuren von einer Wertengröße, dass man im Sicherheit ausschließen kann.

00:18:40: das der Täter ein Eichkätzchen war erklärt Alfred unseren Städter die Grundlagen der Forensik.

00:18:48: Jochen wüsst du nicht nachschauen wo die Kinder bleiben?

00:18:51: Vergebens versuche ich mir den Nachbarn von der Hütte wegzulocken.

00:18:55: Ja und selbst wenn es ein Wolf gewesen sein sollte so ist das ihm sein natürlicher Trieb.

00:19:00: Was soll er denn sonst fressen?

00:19:02: Brokoli?

00:19:03: Er erklärt uns Jochen die Welt und schmunzelt über seinen eigenen Scherz.

00:19:09: Da haben die Bauern sicher keinen Herdenschutz zahn aufgebaut, und ihre Schafe mangelhaft gesichert vermutet er weiter.

00:19:16: Schau dir mal um Jochen!

00:19:18: Die Schafe sind in einer höheren Gebirgslage als die Rinda.

00:19:21: da kann man sie nicht zu.

00:19:23: mir nichts dir nix kann man so Nicht einen Zaun aufstellen.

00:19:26: da gibt es Felsen ohne Ende.

00:19:29: Dann möchte ich an dieser Stelle George Herbert zitieren.

00:19:32: Der sagte, wo ein Wille da in Weg?

00:19:35: antwortet Jochen.

00:19:37: Der Wolf hat auch ein Recht zu leben.

00:19:39: er war zuerst da.

00:19:40: der Mensch hat ihn die Natur eingegriffen und sich immer weiter ausgebreitet während für die Tiere immer weniger Lebensraum blieb.

00:19:49: Offensichtlich hat der Schlaumeer vergessen dass auf dem Platz wo heute sein Haus steht früher Natur pur war.

00:19:57: Aber der Mensch möchte es nach hier immer mehr und die einzige Lösung, die ihm einfällt, wenn sich ein Wolf wehrt und seine Platze in der Natur zurückgeobern möchte lautet abknallen töten eliminieren.

00:20:10: Mittlerweile kenne ich mir im Nachbauen seine Gefühlsregungen recht gut und reagiere auf sein Argument nur axelzuckend.

00:20:18: aber für unsere Senna Alfred sind diese Ausführungen neu und er kann leider nicht so diplomatisch reagieren wie ich jetzt hör.

00:20:25: mal zu du hast wurscht.

00:20:26: Es ist sehr leicht klug zu reden, wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.

00:20:31: Ich verbringe den restlichen Sommer tausend Meter Luftlinie entfernt vom Ort, wo vor zwei Tagen dein Freund der Wolf einen Massaker angerichtet hat.

00:20:40: Was soll denn das heißen?

00:20:41: Dass der Wolf zuerst da war!

00:20:43: Der Wolf wurde seinerzeit ausgerottet weil es nicht nur zur zahlreichen Angriffe auf Nutztiere gekommen ist.

00:20:49: Nein er hat im neunzehnten Jahrhundert auch Menschen attackiert.

00:20:53: Da brauchst du zum Beweis nur in den alten Kirchenkroniken nachlesen.

00:20:56: Bist du ernsthaft der Meinung, dass Senna wie ich oder Bauern wieder haus in eine Nacht auf die Weide rausgehen sollen um die Tiere vor Wolfsangriff und zu schützen?

00:21:05: Wenn man so einen Hirnschutz aufziehen will – wie es kluge Menschen wie deines gleichen immer erzählen!

00:21:12: Dann kostet das einen allen Bauern pro Tier zwischen hundertfünfzig und zwölfhundfünfzehn Euro jedes Jahr.

00:21:18: Das sollen das bezahlen.

00:21:20: Das gibt's doch nicht!

00:21:21: Wir haben ein massives Insektenstirm, Vogelstirm eine drastische Dezimierung von Birbeltieren.

00:21:27: aber so klugscheißer wie du blären einem Wolfsvieh nach dass nach den Erkenntnissen der Weltnaturschutz Union IUCN weder global noch in Europa vom Ausstehen bedroht ist Beendet Alfred seine Unterrichtsstunde.

00:21:42: Also schöner hätte ich das auch nicht erklären können.

00:21:46: Dass wir bohren von der Almgemeinschaft in unserem Senna, das zwei-wöchige Almsseminar inklusiv für Themenaufenthalt im letzten Winter bezahlt haben macht sich absolut bezahlt!

00:21:57: Ja so war das ja nicht gemeint versucht Jochen Alfred zu beschwiften.

00:22:02: Als ich die Kinder hinter dem Hügel auf Dauern und Richtung Hütte laufen sehen Auch endlich die Kinder sind zurück rufe ich aus um wieder schwungener Unterhaltung zu bringen Freude.

00:22:13: strahlend und außer Puste Erreichen sie mit einem ganzen Korb voller Annika blüten die Hütte.

00:22:20: Habt ihr Heidelbeeren auch gepflückt?

00:22:22: frag ich neugierig.

00:22:24: Nein, aber dort hinten auf der Rosleiten sind ganz viele!

00:22:26: Da müssen wir das nächste mal unbedingt

00:22:28: hin."

00:22:28: erzählt mein Hannes begeistert.

00:22:30: Oh ja, rufen die Nachbarskinnen im Chor.

00:22:33: Nächste Woche fahre ich wieder rauf auf den Alben.

00:22:35: Dann nehme ich euch wieder mit, sage ich, während ich meinen Bier austrinke und beim Aufstehen in unserem Senna die Handschüttel.

00:22:42: Führt die Alfred bis nächste Woche Bis nächste Woche haus, aber den Urlaub erlässt du in Zukunft besser zu Hause!

00:22:50: Lüsterte mir zum Abschied ins Ohr.

00:22:52: Grußlos nicken sich die beiden Männer zu während Jochen Richtung Gelände waren humpelt.

00:22:58: Auf der gesamten Heimfahrt spricht mein Nachbar kein Wort.

00:23:01: Zuhause angekommen empfängt uns Elke begeistert als sie den Korb voll Arnica sieht.

00:23:08: Schau Jochen vom letzten Jahr habe ich noch eine kleine Flasche.

00:23:11: Anika-Dinktor reibt damit deine Verletzungen ein.

00:23:14: Das hilft.

00:23:16: Danke Elke, Gott sei Dank gibt es im Tal auch nette Menschen wie dich.

00:23:20: Dieser Szenar dort oben auf der Alm, das ist ja vielleicht ein ungehobelter Rübel!

00:23:24: Ein richtiger Proletistas, murmelt Jochen vor sich hin und humpelt zu seiner Haustür.

00:23:30: Du Elke?

00:23:31: Das war halt ein richtig schöner Tag, sage ich zu meiner Frau.

00:23:34: Während wir uns dem Nachbarn nachsehen... Der Alfred ist ein richtig sympathischer Tierl.

00:23:39: Den sollten wir mal zum Frühstück einladen.

00:23:42: Am besten Sonntags!

00:23:45: Das Kapitel Urlaub auf der Alpen aus meinem Buch, das Leben ist kein Bahnhof.

00:23:52: Ich hoffe es hat euch ein bisschen gefallen.

00:23:55: Danke fürs Zuhören!

00:23:57: Fertig!

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